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CDU geschlossen dagegen, SPD enthält sich – Rollsportanlage scheitert

Rockenberg. Die geplante Rollsportanlage in Rockenberg wird nicht gebaut. Die Gemeindevertretung hat das über mehrere Jahre vorbereitete Projekt in ihrer Sitzung am 28. September abgelehnt. Sämtliche anwesenden Vertreter der CDU stimmten gegen die Anlage. Die SPD enthielt sich und ermöglichte dadurch das Scheitern des Vorhabens.

Rechtlich zählen Enthaltungen zwar weder als Ja- noch als Nein-Stimmen. Politisch waren sie dennoch entscheidend: Hätte die SPD für die Rollsportanlage gestimmt, wäre das Projekt beschlossen worden. Durch ihre Enthaltung setzte sich die geschlossene Ablehnung der CDU durch.

An der Planung der Rollsportanlage waren mehr als 60 Kinder und Jugendliche beteiligt. Die Gesamtkosten waren mit rund 343.000 Euro veranschlagt. Davon sollten 204.000 Euro – knapp 60 Prozent – über das europäische LEADER-Programm finanziert werden. Zusätzlich standen rund 25.000 Euro aus Spenden und einem Spendenlauf zur Verfügung.
Ohne Berücksichtigung der Spenden hätte die Gemeinde noch 139.000 Euro finanzieren müssen. Bei 4% Zinsen und 2% Tilgung hätte dies einem jährlichen Kreditdienst von rund 8.340 Euro beziehungsweise 695 Euro monatlich entsprochen. Die Spendengelder sollten zunächst als Reserve für mögliche Kostensteigerungen zurückgehalten werden.
Die Dorfpartei bedauert die Entscheidung ausdrücklich. Aus ihrer Sicht wurde eine seltene Gelegenheit vertan, mit vergleichsweise geringem kommunalem Mitteleinsatz ein Projekt im Wert von 343.000 Euro zu verwirklichen.

„Die CDU hat die Rollsportanlage geschlossen abgelehnt. Die SPD hat sich nicht zu einer Zustimmung durchringen können und durch ihre Enthaltung das Scheitern des Projekts ermöglicht“, erklärt Thomas Weil, Fraktionsvorsitzender der Dorfpartei. „Damit tragen beide Fraktionen die politische Verantwortung dafür, dass die Anlage nun nicht gebaut wird.“

„Gerade angesichts der schwierigen Haushaltslage müssen wir darauf achten, wo Fördermittel einen besonders großen Hebel entfalten“, so Weil. „Bei der Rollsportanlage hätten wir für jeden von der Gemeinde eingesetzten Euro nahezu drei Euro Projektwert erhalten. Eine solche Gelegenheit bekommt Rockenberg nicht beliebig oft.“

Besonders enttäuschend sei die Entscheidung für die mehr als 60 Kinder und Jugendlichen, die sich aktiv an der Planung beteiligt hatten. Ihre Ideen und Wünsche waren in die Gestaltung der Anlage eingeflossen.

„Junge Menschen sollen sich einbringen und an der Entwicklung ihrer Gemeinde beteiligen. Wenn ein gemeinsam erarbeitetes und zu fast 60 Prozent gefördertes Projekt anschließend durch die geschlossene Ablehnung der CDU und die Enthaltung der SPD scheitert, ist das ein schwer vermittelbares Signal“, erklärt Weil.

Mit der Ablehnung kann die für das Vorhaben zugesagte LEADER-Förderung nicht genutzt werden. Ob und wann sich für Rockenberg noch einmal eine vergleichbare Fördermöglichkeit für ein Kinder- und Jugendprojekt ergeben wird, ist offen.

Für die Dorfpartei ist die Entscheidung daher mehr als die Ablehnung einer baulichen Anlage: „Rockenberg hat nicht nur auf eine Rollsportanlage verzichtet. Wir haben eine große Chance für Bewegung, Begegnung und echte Beteiligung junger Menschen verstreichen lassen.“